Foto für Gosuslugi: wofür man es braucht, welche Datei passt und wie es gelingt

Ein Foto für Gosuslugi ist ein ganz normales Passbild 35×45 mm, nur als Datei: gleichmäßig weißer Hintergrund, Gesicht frontal, keine Retusche. Sie laden es beim Antrag auf den russischen Inlandspass oder Auslandspass hoch. Für den Inlandspass und den fünfjährigen Auslandspass brauchen Sie zum Termin zusätzlich Papierfotos.

· 11 Min. Lesezeit

Stand: September 2026, geprüft anhand der Vorschriften des russischen Innenministeriums (MVD, russ. МВД). Im Folgenden: wofür genau Gosuslugi (Госуслуги, gosuslugi.ru, das russische Portal für Behördendienste) ein Foto verlangt, welche Anforderungen heute gelten, welche „Normen“ aus dem Internet längst veraltet sind und wie Sie das Foto zu Hause machen.

Hier geht es um russische Dokumente. Für den deutschen Reisepass oder Personalausweis und für Dokumente anderer Länder gelten eigene Vorgaben.

Für welche Anträge bei Gosuslugi braucht man ein Foto?

Ein Foto laden Sie beim Antrag auf den russischen Inlandspass und auf einen Auslandspass (загранпаспорт) jeden Typs hoch. Für den Inlandspass und den fünfjährigen Auslandspass bringen Sie zum Termin zusätzlich Papierfotos mit. Beim biometrischen Auslandspass und beim Führerschein wird das Foto für das Dokument vor Ort aufgenommen.

Die Vorgaben der Vorschriften in einer Tabelle, damit Sie nicht Punkt für Punkt suchen müssen:

Antrag bei Gosuslugi Foto im Antrag (Datei) Papierfotos zum Termin Foto im Dokument selbst
Russischer Inlandspass: Umtausch mit 20 und 45, Namensänderung ja 2 Stück 35×45 mm Ihr Foto
Auslandspass alten Typs (5 Jahre) ja 3 Stück, für Kinder unter 14 Jahren 2 Ihr Foto
Auslandspass neuen Typs (10 Jahre, mit Chip) ja nicht nötig: In der Dokumentenliste der Vorschrift Nr. 996 stehen keine Fotos wird beim MVD aufgenommen
Russischer Führerschein - - wird bei der Verkehrspolizei (Госавтоинспекция) aufgenommen
Jagdschein ja, 30×40 mm - Ihr Foto

Woher das stammt:

  • Inlandspass: MVD-Vorschrift zu Erlass Nr. 773, Punkt 30 (Foto in elektronischer Form), und Passverordnung, Punkt 13 (zwei persönliche Fotos); bei Verlust oder Diebstahl des Passes lässt sich der Antrag auf einen neuen nicht über das Portal stellen, sondern nur persönlich (Passverordnung, Punkte 22 und 23);
  • Auslandspass für 5 Jahre: MVD-Vorschrift zu Erlass Nr. 186, Punkte 30 und 36: Bei einem Antrag über Gosuslugi werden die Papierfotos beim persönlichen Termin abgegeben;
  • Auslandspass für 10 Jahre: MVD-Vorschrift zu Erlass Nr. 996, Punkt 34 (Foto im Antrag) und Punkt 175.10.2 (Erscheinen innerhalb von 15 Tagen zur digitalen Aufnahme und zur Abnahme der Fingerabdrücke);
  • Führerschein: MVD-Vorschrift Nr. 80 in der Fassung von 2024, Punkt 35.4: Wer sich bei der Ausstellung nicht fotografieren lässt, bei dem wird das Verfahren ausgesetzt, fotografiert wird also vor Ort;
  • Jagdschein: Erlass Nr. 579 des russischen Ministeriums für natürliche Ressourcen und Ökologie (Минприроды), Punkte 7 und 8.

Ein Strich in der Tabelle bedeutet, dass die Vorschrift für diesen Schritt kein eigenes Foto verlangt. Beim Auslandspass neuen Typs braucht der Antrag ein Foto, obwohl es nicht in den Pass kommt.

Die Vorschriften für den Inlandspass und für beide Auslandspässe nennen ausdrücklich zwei Gründe, einen elektronischen Antrag nicht anzunehmen: Das Foto fehlt oder erfüllt die Anforderungen nicht.

Welches „Foto bei Gosuslugi“ hier nicht gemeint ist

Manche Suchanfragen nach „Foto bei Gosuslugi“ haben mit Dokumentenfotos nichts zu tun:

  • das Blitzerfoto zu einem Bußgeld: die Aufnahme der Verkehrskamera, die das Portal beim Bußgeld der Verkehrspolizei (ГИБДД) anzeigt;
  • das bestätigte Foto für den QR-Code in der Gosuslugi-App, den man statt des Passes vorzeigen kann: Das ist eine eigene Funktion und hat mit dem Passantrag nichts zu tun.

Welche Anforderungen gelten für das Foto für Gosuslugi?

Die Vorgaben für den Inlandspass und beide Auslandspässe sind fast gleich: 35×45 mm, gleichmäßig weißer Hintergrund, Gesicht frontal mit geschlossenem Mund, vom Scheitel bis zum Kinn höchstens 80 % der Bildhöhe, keine Retusche. Die Unterschiede liegen im Detail: Für den Inlandspass verlangt die Vorschrift zusätzlich 5 ± 1 mm Freiraum über dem Kopf, für den Pass mit Chip eine Nahaufnahme mit scharf abgebildetem Gesicht.

Was geprüft wird Vorgabe des MVD
Format 35×45 mm
Farbe farbig oder schwarz-weiß
Hintergrund weiß, gleichmäßig, ohne Streifen, Flecken, Schatten oder Gegenstände
Haltung frontal, Blick geradeaus, neutraler Ausdruck, Mund geschlossen
Kopf im Bild Kopf und obere Schultern; vom Scheitel bis zum Kinn höchstens 80 % der Bildhöhe (bei 45 mm Höhe also höchstens 36 mm); für den Inlandspass zusätzlich 5 ± 1 mm Freiraum über dem Kopf
Kopfbedeckung nicht erlaubt; Ausnahme aus religiösen Gründen, wenn sie das Gesichtsoval nicht verdeckt
Brille wer ständig eine trägt, mit Brille ohne getönte Gläser; die Fassung darf die Augen nicht verdecken
Kontaktlinsen farbige Linsen, die die Augenfarbe verändern, sind verboten
Kleidung keine Uniform, keine Oberbekleidung, kein Schal über dem Kinn
Bearbeitung kein Foto, das „zur Verbesserung des Aussehens“ bearbeitet wurde
Aktualität das Foto muss Ihrem Alter am Tag der Antragstellung entsprechen

Quelle: Punkt 36 der Vorschrift zu Erlass Nr. 773 (Inlandspass), Punkt 89 der Vorschrift zu Erlass Nr. 186 und Punkt 35 der Vorschrift zu Erlass Nr. 996 (Auslandspässe). Im Juni 2026 hat das MVD die Fotovorgaben für den Inlandspass gegenüber RIA Nowosti wiederholt; neue Regeln sind nicht hinzugekommen.

Woher kommen „32–36 mm“, „300 KB“ und „nicht älter als 6 Monate“?

Alle drei Zahlen werden auf vielen Websites als verbindliche Norm ausgegeben, stehen aber nicht in den geltenden MVD-Vorschriften zu Pässen. Jede hat ihre eigene Geschichte.

„Gesicht 32–36 mm“. Diese Norm stammt aus einer Anweisung von 2006 zur Ausstellung von Auslandspässen, die längst außer Kraft ist. Heute gilt eine andere Regel: vom Scheitel bis zum Kinn höchstens 80 % des Bildes. Bei einem Foto 35×45 mm sind das dieselben „höchstens 36 mm“. Die Untergrenze von 32 mm gibt es in den Vorschriften nicht mehr.

„JPEG, 450 dpi, bis 300 KB“. Diese Werte standen in der alten Vorschrift des Föderalen Migrationsdienstes (FMS, russ. ФМС) von 2012 zu Auslandspässen, die nicht mehr angewendet wird. Heute stehen dieselben Dateianforderungen beim Jagdschein, in einem Erlass des Ministeriums für natürliche Ressourcen. Die geltenden MVD-Vorschriften zu Inlands- und Auslandspass legen weder Dateiformat noch Dateigröße noch Auflösung fest: Dort heißt es nur, dass das Foto in elektronischer Form beigefügt wird.

„Nicht älter als 6 Monate“. In den Vorschriften steht etwas anderes: Das Foto muss Ihrem Alter am Tag der Antragstellung entsprechen. Ein halbes Jahr ist ein inoffizieller Richtwert, eine solche Frist kennen die MVD-Vorschriften nicht. Wenn Sie sich innerhalb von drei Monaten einen Bart haben wachsen lassen oder eine andere Brille tragen, ist ein neues Foto die sicherere Wahl.

Welche Datei lädt man bei Gosuslugi hoch?

Laden Sie ein JPEG mit einem Foto 35×45 mm hoch, auf dem Gesicht und Hintergrund die Anforderungen bereits erfüllen. Technische Dateigrenzen enthalten die MVD-Vorschriften nicht, richten Sie sich deshalb nach den Hinweisen im Antragsformular des Portals:

  • nimmt das Formular die Datei nicht an, lesen Sie die Fehlermeldung oder den Hinweis neben der Upload-Schaltfläche: Dort steht oft der Grund;
  • komprimieren Sie das Foto nicht bis zur Unkenntlichkeit, nur um Speicherplatz zu sparen: Verwaschene Gesichtszüge sind schlechter als eine etwas größere Datei;
  • ein Scan eines Papierfotos mit Rändern und Blattkanten ist ungeeignet, hochgeladen wird nur der Bildausschnitt 35×45.

Laut dem Magazin T-J (Т—Ж) bietet die Gosuslugi-App beim Antrag auf Passumtausch per Smartphone an, sich direkt im Formular zu fotografieren und das Gesicht an Markierungen auf dem Bildschirm auszurichten. Für das Foto gelten dabei dieselben Anforderungen wie in der Tabelle oben.

Foto für Gosuslugi: drei Wege

Sie können sich im Fotostudio fotografieren lassen, direkt in einer MVD-Dienststelle oder einem MFC (multifunktionales Bürgerzentrum, russ. МФЦ), sofern dort angeboten, oder das Foto zu Hause aus einem Selfie machen. Welcher Weg passt, hängt davon ab, was Ihnen wichtiger ist: sofort Papierfotos in der Hand oder eine Datei, ohne aus dem Haus zu gehen.

Fotostudio MVD-Dienststelle oder MFC Zu Hause aus einem Selfie
Datei für Gosuslugi meist ja, extra danach fragen je nach Dienststelle ja
Papierfotos ja je nach Dienststelle Druck zu Hause, im Copyshop oder im Fotostudio
Wer auf die Anforderungen achtet der Fotograf der Sachbearbeiter Sie selbst oder ein Online-Dienst
Anfahrt nötig nötig, oft mit Termin entfällt

Die Vorschrift zum fünfjährigen Auslandspass erlaubt ausdrücklich, sich in der Migrationsabteilung des MVD oder im MFC fotografieren zu lassen, den Service gibt es aber nicht überall: Fragen Sie vorher nach.

Wenn Sie das Foto zu Hause machen:

  1. Stellen Sie sich bei Tageslicht mit dem Gesicht zum Fenster, damit weder auf dem Gesicht noch hinter Ihnen harte Schatten entstehen.
  2. Hintergrund: eine weiße oder sehr helle, einfarbige Wand ohne Muster und ohne Lichtschalter im Bild.
  3. Fotografieren Sie auf Augenhöhe mit ausgestrecktem Arm, oder besser: Lassen Sie sich von jemandem mit der Hauptkamera fotografieren.
  4. Wenn Sie ständig eine Brille tragen, behalten Sie sie auf: Putzen Sie die Gläser und drehen oder verschieben Sie sich leicht gegenüber dem Fenster, bis keine Spiegelungen mehr zu sehen sind; das Licht kommt dabei weiter von vorn, das Gesicht bleibt frontal, den Kopf nicht neigen. Tragen Sie die Brille nur gelegentlich, setzen Sie sie ab. Nehmen Sie die Haare aus dem Gesicht.
  5. Schalten Sie Beauty-Modus, Filter und die Hintergrundunschärfe des Porträtmodus aus.
  6. Schneiden Sie das Foto auf 35×45 mm zu, sodass der Kopf vom Scheitel bis zum Kinn höchstens 80 % der Bildhöhe einnimmt, und speichern Sie es als JPEG.

Schritt 6 überlassen Sie am einfachsten einem Online-Dienst. SelfieDoc zum Beispiel passt Format, Hintergrund und Bildausschnitt an das gewählte Dokument an und liefert zwei Dateien: ein JPEG für den Antrag und einen Bogen 10×15 cm zum Drucken der Papierfotos.

Warum wird ein Antrag wegen des Fotos zurückgewiesen?

Wegen Verstößen gegen dieselben Punkte wie in der Anforderungstabelle: Hintergrund, Haltung, Kopfproportionen, Brille und Retusche. Die MVD-Vorschriften erlauben ausdrücklich, einen Antrag über Gosuslugi nicht anzunehmen, wenn das Foto die Anforderungen nicht erfüllt.

Typische Fehler:

  • der Hintergrund ist nicht weiß oder zeigt einen Schatten vom Kopf;
  • Lächeln, offener Mund, geneigter oder gedrehter Kopf;
  • der Kopf ist zu groß und nimmt mehr als 80 % des Bildes ein;
  • getönte Brillengläser, Spiegelungen, die Fassung verdeckt die Augen;
  • Kopfbedeckung ohne religiösen Grund, Oberbekleidung, Uniform;
  • Haare verdecken Gesicht oder Augen;
  • das Foto wurde mit Filter, Retusche oder KI „verbessert“.

Zum letzten Punkt hat das MVD im September 2025 eigens gewarnt (darüber berichtete Moskwa 24): Ein Foto, das zur Verschönerung bearbeitet wurde, auch mithilfe von KI (neuronalen Netzen), kann dazu führen, dass der Pass nicht ausgestellt wird. Die bezahlte staatliche Gebühr wird dann nicht erstattet. Ein Filter, der „die Haut nur ein bisschen glättet“, ist keinen neuen Antrag wert.

Checkliste vor dem Hochladen

Gehen Sie die Punkte durch, bevor Sie auf „Hochladen“ tippen:

  1. Bildausschnitt 35×45 mm, Kopf und obere Schultern im Bild.
  2. Vom Scheitel bis zum Kinn höchstens 80 % der Bildhöhe.
  3. Hintergrund weiß, gleichmäßig, ohne Schatten und Gegenstände.
  4. Gesicht frontal, Blick in die Kamera, Mund geschlossen, keine Haare über den Augen.
  5. Brille nur, wenn Sie ständig eine tragen, ungetönt und ohne Spiegelungen.
  6. Keine Filter, keine Retusche, keine „Verbesserungen“.
  7. Das Foto sieht Ihnen heute ähnlich.
  8. JPEG-Datei ohne Ränder und Rahmen; meldet das Formular einen Fehler, lesen Sie den Hinweis dazu.
  9. Für den Inlandspass 2 Papierfotos zum Termin, für den fünfjährigen Auslandspass 3.

Wenn alle Punkte stimmen, können Sie die Datei hochladen. Anleitungen zu weiteren Dokumenten finden Sie im SelfieDoc-Blog.

Quellen

Alle Quellen sind auf Russisch.

Häufige Fragen

Kann ich bei Gosuslugi ein Selfie hochladen?

Ja, wenn das Foto die Vorgaben des MVD erfüllt: gleichmäßig weißer Hintergrund, Gesicht frontal mit neutralem Ausdruck, Kopf und obere Schultern im Bild, keine Filter und keine Retusche. Ein Selfie mit ausgestrecktem Arm muss man meist noch zuschneiden und auf 35×45 mm ausrichten.

Braucht man für den biometrischen Auslandspass über Gosuslugi ein Foto?

Ja. Auch beim Antrag auf den biometrischen Auslandspass lädt man ein Foto nach den MVD-Vorgaben hoch. Das Foto für den Pass selbst wird in der MVD-Dienststelle aufgenommen, dort muss man innerhalb von 15 Tagen nach der Mitteilung über die Annahme des Antrags erscheinen.

Wie viele Papierfotos brauche ich nach dem Online-Antrag?

Für den russischen Inlandspass 2 Fotos 35×45 mm. Für den Auslandspass alten Typs (5 Jahre) 3 Fotos, für Kinder unter 14 Jahren 2. Für den biometrischen Auslandspass keine: Das Foto wird vor Ort gemacht.

Darf das Foto für Gosuslugi schwarz-weiß sein?

Ja. Die MVD-Vorschriften für den Inlandspass und den Auslandspass erlauben sowohl farbige als auch schwarz-weiße Fotos.

Darf ich mich mit Brille fotografieren lassen?

Wer ständig eine Brille trägt, muss sich mit Brille fotografieren lassen: Gläser ungetönt, die Fassung verdeckt die Augen nicht. Farbige Kontaktlinsen, die die Augenfarbe verändern, sind nicht erlaubt.